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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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der Pflicht; dieSelbstlosigkeit als Kunst undErkenntniss; der Altruismus als verlogenste Formdes Egoismus (Utilitarismus), gefühlsamster Egoismus.

Dies Alles ist achtzehntes Jahrhundert. Was da-gegen nicht sich aus ihm vererbt hat: die insouciance,die Heiterkeit, die Eleganz, die geistige Helligkeit; dasTempo des Geistes hat sich verändert; der Genuss ander geistigen Feinheit und Klarheit ist dem Genuss ander Farbe, Harmonie, Masse, Realität u. s. w. gewichen.Sensualismus im Geistigen. Kurz, es ist das achtzehnteJahrhundert Rousseaus.

42.

Die Zuchtlosigkeit des modernen Geistes unterallerhand moralischem Aufputz. Die Prunkworte sind:die Toleranz (fürUnfähigkeit zu Ja und Nein); la lar-geur de Sympathie (= ein Drittel Indifferenz, ein DrittelNeugierde, ein Drittel krankhafter Erregbarkeit); dieObjectivität (= Mangel an Person, Mangel an Wille,Unfähigkeit zurLiebe); dieFreiheit gegen die Regel(Romantik); dieWahrheit gegen die Fälscherei undLügnerei (Naturalismus); dieWissenschaftlichkeit (dasdocument humain-. auf Deutsch der Colportage-Romanund die Addition statt der Composition) ; dieLeiden-schaft an Stelle der Unordnung und der Unmässigkeit;dieTiefe an Stelle der Verworrenheit, des Symbolen-Wirrwarrs.

Die günstigsten Hemmungen und Remedurender Modernität:

1) die allgemeine Wehrpflicht mit wirklichen Kriegen,bei denen der Spass aufhört;

2) die nationale Bornirtheit (vereinfachend, concen-trirend);