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der Pflicht; — die „Selbstlosigkeit“ als Kunst undErkenntniss; — der Altruismus als verlogenste Formdes Egoismus (Utilitarismus), gefühlsamster Egoismus.
Dies Alles ist achtzehntes Jahrhundert. Was da-gegen nicht sich aus ihm vererbt hat: die insouciance,die Heiterkeit, die Eleganz, die geistige Helligkeit; dasTempo des Geistes hat sich verändert; der Genuss ander geistigen Feinheit und Klarheit ist dem Genuss ander Farbe, Harmonie, Masse, Realität u. s. w. gewichen.Sensualismus im Geistigen. Kurz, es ist das achtzehnteJahrhundert Rousseau’s.
42.
Die Zuchtlosigkeit des modernen Geistes unterallerhand moralischem Aufputz. — Die Prunkworte sind:die Toleranz (für „Unfähigkeit zu Ja und Nein“); la lar-geur de Sympathie (= ein Drittel Indifferenz, ein DrittelNeugierde, ein Drittel krankhafter Erregbarkeit); die„Objectivität“ (= Mangel an Person, Mangel an Wille,Unfähigkeit zur „Liebe“); die „Freiheit“ gegen die Regel(Romantik); die „Wahrheit“ gegen die Fälscherei undLügnerei (Naturalismus); die „Wissenschaftlichkeit“ (das„document humain“-. auf Deutsch der Colportage-Romanund die Addition — statt der Composition) ; die „Leiden-schaft“ an Stelle der Unordnung und der Unmässigkeit;die „Tiefe“ an Stelle der Verworrenheit, des Symbolen-Wirrwarrs.
Die günstigsten Hemmungen und Remedurender Modernität:
1) die allgemeine Wehrpflicht mit wirklichen Kriegen,bei denen der Spass aufhört;
2) die nationale Bornirtheit (vereinfachend, concen-trirend);