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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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an die Moral. — Dies ist die Antinomie: sofern wiran die Moral glauben, verurtheilen wir das Dasein.

•— Die Logik des Pessimismus bis zum letztenNihilismus: was treibt da? — Begriff der Werth-losigkeit, Sinnlosigkeit: inwiefern moralische Wer-thungen hinter allen sonstigen hohen Werthen stecken.

— Resultat: die moralischen Werthurtheilesind Verurtheilungen, Verneinungen, Moral istdie Abkehr vom Willen zum Dasein . . .

Problem: was ist aber die Moral?

io.

Der europäische Nihilismus.

Welche Vortheile bot die christliche Moral-Hypothese ?

1) sie verlieh dem Menschen einen absoluten Werth,im Gegensatz zu seiner Kleinheit und Zufälligkeitim Strom des Werdens und Vergehens;

2) sie diente den Advocaten Gottes, insofern sie derWelt trotz Leid und Übel den Charakter der Voll-kommenheit liess, — eingerechnet jene „Freiheit“—: das Übel erschien voller Sinn;

3) sie setzte ein Wissen um absolute Werthe beimMenschen an und gab ihm somit gerade für dasWichtigste adäquate Erkenntniss;

4) sie verhütete, dass der Mensch sich als Menschenverachtete, dass er gegen das Leben Partei nahm,dass er am Erkennen verzweifelte: sie war ein Er-haltungsmittel.

In summa: Moral war das grosse Gegenmittelgegen den praktischen und theoretischen Nihilismus.

dh

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