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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Aber so lange Nietzsche in seiner ursprünglichen Art undWeise schrieb, war die Schwierigkeit der Entzifferung ver-hältnissmässig erträglich; erst vom Frühling 1888 an, woer sich, aus Besorgniss den Schreibkrampf zu bekommen,an eine Rundschriftfeder zu gewöhnen suchte, ist dieSchrift ausserordentlich schwer zu lesen. Mit dieser ArtFeder vermochte er nicht, allen den zierlichen Wendungenseiner Handschrift zu folgen, sodass nun gerade dieMerkmale fehlen, die das Entziffern früher so erleichterten.Erst nach jahrelanger Prüfung und Nachprüfung sinddeshalb die philologisch genauen, fast lückenlosen Ab-schriften entstanden, die jetzt dieser Veröffentlichung zuGrunde liegen.

Aber nicht allein die äussere Form, auch der Inhaltder Aphorismen bot Schwierigkeiten, indem Gedanken,die eng zusammengehören, in den einzelnen Epochenoft ganz verschieden mit anderen Ideenkreisen, dieschliesslich den Hauptaccent bekamen, verknüpft wordensind, sodass es öfters nicht möglich war, fast gleich-artig scheinende Gedankenreihen in dasselbe Capiteleinzufügen.

Unter diesen Umständen mussten wir es vollständigaufgeben, einen eigenen Plan für das gesammte Materialaufzustellen, und betrachteten es, wie schon erwähnt, alsein ausserordentliches Glück, dass Nietzsche selbst schoneinen so bedeutenden Anfang einer Einordnung gemachthatte, wennschon sie einen früheren und nicht den letztenPlan betraf. Zu dem letzten, veränderten Plane seinesWerkes, dessen erstes Buch, derAntichrist, zwar bereitsausgearbeitet ist, fehlt uns, ausser den Titeln der Bücherund einigen Capitelüberschriften, jegliche specielle An-