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15 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 7 (1901) Der Wille zur Macht : Versuch einer Umwerthung aller Werthe ; (Studien und Fragmente)
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Es war schwer, eine Entscheidung zu treffen, inwelcher Form diese in Beziehung auf verschiedene Pläneund Absichten verfassten Aphorismen Nietzsches zu-sammengestellt werden sollten. Dazu kam, dass dieseNiederschriften in ihrer Vollendung äusserst verschieden-artig waren: es gab solche ganz embryonaler Natur, dieaber trotzdem von grosser Bedeutung schienen, weil sieGedanken enthielten, die sonst nicht ausgesprochen waren;es gab andere, und zwar die meisten, die mit eilenderFeder, gewissermaassen im Sprechstil niedergeschriebenund oft als Selbstgespräche aufzufassen sind; sie tragenhäufig die Merkmale einer augenblicklichen Stimmungmit deren Übertreibung im Ausdruck, die Nietzsche beispäterer Überarbeitung vermieden hätte. Schliesslichgiebt es aber auch Niederschriften von der höchstenVollendung, die jedenfalls so wie sie dastehen, in dasHauptwerk übergegangen sein würden.

Dazu gesellten sich nun noch die unbeschreiblichenSchwierigkeiten der Textentzifferung. Wer nicht Ein-sicht in die Hefte genommen hat, kann sich davon kaumeine Vorstellung machen. Vorzüglich die Niederschriften,die Nietzsche noch einmal überarbeitet hat, waren nurmit der peinlichsten philologischen Genauigkeit in einenrichtigen Zusammenhang zu bringen. Nietzsche hat dasgesammte Gedankenmaterial nebst den Plänen dazu haupt-sächlich in drei Folianten und zwei Quartheften, weitereAusführungen in vielen anderen Heften und losen Blätternniedergelegt. Theilweise sind diese Aufzeichnungen mitder grössten Schnelligkeit niedergeschrieben: der Federwar es kaum möglich, dem Fluge seiner Gedanken zufolgen, und der Autor gebraucht viele Abkürzungen.