V orwort
Die Leser und Verehrer Friedrich Nietzsche’s werdenbei derr^ Titel des vorliegenden Buches zunächst ver-muthen, dass sie hier die Fortsetzung jenes Werkes finden,von welchem bereits der erste Theil, der „Antichrist“,im VIII. Band der Gesammtausgabe erschienen ist. Wirmüssen deshalb sogleich vorausschicken, dass der „Anti-christ“ ebensowohl wie die „Götzendämmerung“ und der„Fall Wagner“ aus dem überreichen Material eines vielumfangreicher geplanten, grossen, theoretisch-philoso-phischen Hauptwerkes Nietzsche’s herausgenommen ist,ohne irgendwie die Fülle des Gegebenen zu erschöpfen.Welche Gründe uns nun nöthigten, die vorhandenenStudien und Fragmente in den früheren Plan jenesgrossen Hauptwerkes einzuordnen, anstatt das mitdem „Antichrist“ begonnene Werk fortzusetzen, soll indem Nachfolgenden dargelegt werden.
Die Absicht Nietzsche’s ein grösseres philosophisches,seine Gedanken systematisch zusammenfassendes Werkzu schreiben, reicht in die Jahre 1881—82 zurück, in jeneZeit, wo er die Hauptgedanken seiner letzten Schaffens-zeit concipirte. Nachdem er ihnen im Zarathustra denpoetischen Ausdruck gegeben hatte, tritt er dem Ent-