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828.
Die entmännlichende und vielleicht entmannendeWirkung des vielen Betens gehört auch unter dieSchädigungen des deutschen Wesens seit der Reformation.Es ist eine Sache schlechten Geschmacks unter allenUmständen, viel zu bitten, statt viel zu geben: dieMischung demüthiger Servilität mit einer hoffärtig-pöbel-haften Zudringlichkeit, mit der sich z. B. der heiligeAugustin in seinen Confessionen vor Gott wälzt, erinnertdaran, dass der Mensch vielleicht nicht allein unter denThieren das religiöse Gefühl hat. Der Hund hat für denMenschen ein ähnliches „religiöses Gefühl“. — Der be-tende Verkehr mit Gott züchtet die erniedrigende Stim-mung und Attitüde, welche auch in unfrommen Zeiten,durch Vererbung, noch ihr Recht behauptet: die Deutschenerstarben bekanntlich vor Fürsten oder vor Parteiführernoder vor der Phrase „als unterthänigster Knecht“. Essoll damit vorüber sein.
82g.
Der Deutsche — nicht zu reden von den blöd-sinnigen deutschthümelnden Jünglingen, welche auchheute noch von „germanischen Tugenden“ faseln — seinemystische Natur. Es gab noch keine deutsche Bildung:es gab Einsiedler, welche sich mit erstaunlichem Geschickverborgen zu halten wussten, inmitten der gröbsten Bar-barei.
830.
Was ich an dem Deutschen gerne wahrnehme, dasist seine Mephistopheles-Natur: aber die Wahrheit zu