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580.
Wir meinen, unser bewusster Intellect sei die Ur-sache aller zweckmässigen Einrichtungen in uns. Dasist grundfalsch. Nichts ist' oberflächlicher, als das ganzeSetzen von „Zwecken“ und „Mitteln“ durch das Bewusst-sein: es ist ein Apparat der Vereinfachung (wie dasWort-reden u. s. w.), ein Mittel der Verständigung,prakticabel, Nichts mehr, — ohne Absicht auf Durch-dringung mit Erken ntniss.
581.
Das Wesen einer Handlung ist unerkennbar: Das,was wir ihre „Motive“ nennen, bewegt Nichts: — esist eine Täuschung, ein Nacheinander als ein Durch-einander aufzufasseri.
• 582-
Die Bewegungen des Fusses beim Gehen und Aus-gleiten — sind sie wirklich Folgen bewusster zweck-mässiger Setzungen so und so? Aber selbst alle be-wusste Übung ist nicht Das, was man glaubt. Diemeisten Bewegungen im Einüben sind Versuche, und derIntellect bejaht die gelungenen, er erzeugt sie nicht.Diese Bejahung ist sehr oberflächlich, weil sein Bild desVorganges sehr vag ist. — Damit erklären sich dieunzähligen Feinheiten nicht: die eingeübt, versucht undbejaht sein müssten von einem unendlich feinerenIntellect und von ganz anderen Sinnesorganen gesehensein müssten, als wir sie haben. — Somit erklärt derIntellect nicht jene Zweckmässigkeiten; ebensowenig„Übung“.
Nietzsche, Werke II. Abtheilung. Bd. XIII,