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Vor der Logik, welche überall mit Gleichungenarbeitet, muss das Gleichmachen, das Assimiliren ge-waltet haben: und es waltet noch fort, und das logischeDenken ist ein fortwährendes Mittel selber für die Assi-milation, für das Sehen-wollen identischer Fälle.
Unser „Gedächtniss“, was es immer sei, mag unsals Gleichniss dienen, etwas Wichtigeres damit zu be-zeichnen: in der Entwicklung jedes organischen Wesenszeigt sich ein Wunderding von Gedächtniss für seinegesammte Vorgeschichte, soweit organische Wesen eineVorgeschichte haben, — und zwar ein nachbildendesGedächtniss, welches die frühesten und längstens ein-verleibten Formen eher nachbildet als die letzterlebten:somit zurück greift und nicht schrittweise, wie man ver-muthen sollte, mit einem regressus vom Letzten zumFernst-Erlebten geht, sondern gerade umgekehrt allesJüngere und Frischer-Eingedrückte zunächst bei Seitelässt. Hier ist eine erstaunliche Willkür da: — auch die„Seele“, welche in allen philosophischen Verlegenheitengewöhnlich zu Hülfe gerufen wird, vermag hier nicht zuhelfen: zum Mindesten nicht die Individual-Seele, sondernein Seelen-Continuum, welches im ganzen Processe einergewissen organischen Reihe waltet. Wiederum: da nichtAlles nachgebildet wird, sondern nur Grundformen, somüsste in jenem Gedächtniss ein subsumirendes Denken,Simplificiren, Reduciren beständig stattfinden: genug,etwas Analoges Dem, was wir von unserm Bewusstseinaus als „Logik“ bezeichnen. — Und wie weit mag dieseNachbildung des früher Erlebten gehen? Gewiss auchbis zur Nachbildung von Gefühls- und Gedankengängen.Aber was halten wir von den „angeborenen Ideen“,