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mehr muss es Dem, der die Geschichte kennt, so zuMuthe werden, als ob er alte vertraute Züge eines Ge-sichtes wieder erkenne. Der Geist der hellenischenCultur liegt in unendlicher Zerstreuung auf unserer Ge-genwart: während sich die Gewalten aller Art drängen,und man sich die Früchte der modernen Wissenschaftenund Fertigkeiten als Austauschmittel bietet, dämmert inblassen Zügen wieder das Bild des FTellenischen, abernoch ganz fern und geisterhaft, auf. Die Erde, die bisherzur Genüge orientalisirt worden ist, sehnt sich wiedernach der Hellenisirung; wer ihr hier helfen will, der hatfreilich Schnelligkeit und einen geflügelten Fuss vonNöthen, um die mannichfachsten und entferntesten Punktedes Wissens, die entlegensten Welttheile der Begabungzusammenzubringen, um das ganze ungeheuer ausge-spannte Gefilde zu durchlaufen und zu beherrschen. Soist denn jetzt eine Reihe von Gegen-Alexandernnöthig geworden, welche die mächtigste Kraft haben,zusammen zu ziehn und zu binden, die entferntestenFäden heranzulangen und das Gewebe vor dem Zer-blasenwerden zu bewahren. Nicht den gordischenKnoten der griechischen Cultur zu lösen, wie esAlexander that, so dass seine Enden nach allen Welt-richtungen hin flatterten, sondern ihn zu binden, nach-dem er gelöst war — das ist jetzt die Aufgabe. InWagner erkenne ich einen solchen Gegen-Alexander:er bannt und schliesst zusammen, was vereinzelt, schwachund lässig war, er hat, wenn ein medicinischer Ausdruckerlaubt ist, eine adstringirende Kraft: in so ferngehört er zu den ganz grossen Culturgewalten. Erwaltet über den Künsten, den Religionen, den ver-schiedenen Völkergeschichten und ist doch der Gegensatzeines Polyhistors, eines nur zusammentragenden und ord-