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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
Entstehung
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I.

Damit ein Ereigniss Grösse habe, muss zweierlei Zu-sammenkommen : der grosse Sinn Derer, die es vollbringen,und der grosse Sinn Derer, die es erleben. An sich hatkein Ereigniss Grösse, und wenn schon ganze Sternbilderverschwinden, Völker zu Grunde gehen, ausgedehnteStaaten gegründet und Kriege mit ungeheuren Kräftenund Verlusten geführt werden: über Vieles der Art blästder Hauch der Geschichte hinweg, als handle es sichum Flocken. Es kommt aber auch vor, dass ein ge-waltiger Mensch einen Streich führt, der an einem hartenGestein wirkungslos niedersinkt; ein kurzer scharfer Wie-derhall, und Alles ist vorbei. Die Geschichte weiss auchvon solchen gleichsam abgestumpften Ereignissen bei-nahe Nichts zu melden. So überschleicht einen Jeden,welcher ein Ereigniss herankommen sieht, die Sorge, obDie, welche es erleben, seiner würdig sein werden. Aufdieses Sich-Entsprechen von That und Empfänglichkeitrechnet und zielt man immer, wenn man handelt, imKleinsten wie im Grössten; und Der, welcher geben will,muss Zusehen, dass er die Nehmer findet, die demSinne seiner Gabe genugthun. Eben desshalb hat auchdie einzelne That eines selbst grossen Menschen keineGrösse, wenn sie kurz, stumpf und unfruchtbar ist; dennin dem Augenblicke, wo er sie that, muss ihm jedenfalls

Nietzsche, Werlte Band I.

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