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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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Schaft verstanden wird, geht sie an dem grossen leiden-den Menschen mit unbarmherziger Kälte vorüber, weil dieWissenschaft überall nur Probleme der Erlcenntniss sieht,und weil das Leiden eigentlich innerhalb ihrer Welt etwasUngehöriges und Unverständliches, also höchstens wiederein Problem ist.

Man gewöhne sich aber nur erst daran, jede Er-fahrung in ein dialektisches Frage- und Antwortspielund in eine reine Kopfangelegenheit zu übersetzen: esist erstaunlich, in wie kurzer Zeit der Mensch bei einersolchen Thätigkeit ausdorrt, wie bald er fast nur nochmit den Knochen klappert. Jeder weiss und sieht dies:wie ist es also nur möglich, dass trotzdem die Jüng-linge keineswegs vor solchen Knochenmenschen zurück-schrecken und immer von Neuem wieder sich blindlingsund wähl- und maasslos den Wissenschaften übergeben?Dies kann doch nicht vom angeblichen „Trieb zur Wahr-heit“ herkommen: denn wie sollte es überhaupt einenTrieb nach der kalten, reinen, folgenlosen Erkenntnissgeben können! Was vielmehr die eigentlichen treiben-den Kräfte in den Dienern der Wissenschaft sind, giebtsich dem unbefangnen Blick nur zu deutlich zu ver-stehen: und es ist sehr anzurathen, auch einmal dieGelehrten zu untersuchen und zu seciren, nachdem sieselbst sich gewöhnt haben, alles in der Welt, auch dasEhrwürdigste, dreist zu betasten und zu zerlegen. Sollich heraussagen, was ich denke, so lautet mein Satz: derGelehrte besteht aus einem verwickelten Geflecht sehrverschiedener Antriebe und Reize, er ist durchaus einunreines Metall. Man nehme zuvörderst eine starke undimmer höher gesteigerte Neubegier, die Sucht nachAbenteuern der Erkenntniss, die fortwährend anreizendeGewalt des Neuen und Seltnen im Gegensätze zum