Rüstigkeit sich Schopenhauer gegen sie vertheidigte undwie gesund und gerade er aus dem Kampfe heraus kam.Zwar auch mit vielen Narben und offnen Wunden; undin einer Stimmung, die vielleicht etwas zu herbe, mitunterauch all zu kriegerisch erscheint. Auch über dem grösstenMenschen erhebt sich sein eignes Ideal. Dass Schopen-hauer ein Vorbild sein kann, das steht trotz aller jenerNarben und Flecken fest. Ja, man möchte sagen: daswas an seinem Wesen unvollkommen und allzu menschlichwar, führt uns gerade im menschlichsten Sinne in seineNähe, denn wir sehen ihn als Leidenden und Leidens-genossen und nicht nur in der ablehnenden Hoheit desGenius.
Jene drei Gefahren der Constitution, die Schopenhauerbedrohten, bedrohen uns Alle. Ein Jeder trägt eine pro-ductive Einzigkeit in sich, als den Kern seines Wesens;und wenn er sich dieser Einzigkeit bewusst wird, erscheintum ihn ein fremdartiger Glanz, der des Ungewöhnlichen.Dies ist den Meisten etwas Unerträgliches: weil sie, wiegesagt, faul sind, und weil an jener Einzigkeit eine Kettevon Mühen und Lasten hängt. Es ist kein Zweifel, dassfür den Ungewöhnlichen, der sich mit dieser Kette be-schwert, das Leben fast Alles, was man von ihm in derJugend ersehnt, Heiterkeit, Sicherheit, Leichtigkeit, Ehre,einbüsst; das Loos der Vereinsamung ist das Geschenk,welches ihm die Mitmenschen machen; die Wüste und dieHöhle ist sofort da, er mag leben, wo er will. Nun seheer zu, dass er sich nicht unterjochen lasse, dass er nichtgedrückt und melancholisch werde. Und deshalb mager sich mit den Bildern guter und tapferer Kämpfer um-stellen, wie Schopenhauer selbst einer war. Aber auchdie zweite Gefahr, die Schopenhauem bedrohte, ist nichtganz selten. Hier und da ist einer von Natur mit Scharf-