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Jener Reisende, der viel Länder und Völker und meh-rere Erdtheile gesehn hatte und gefragt wurde, welcheEigenschaft der Menschen er überall wiedergefunden habe,sagte: sie haben einen Hang zur Faulheit. Manchen wirdes dünken, er hätte richtiger und gültiger gesagt: sie sindalle furchtsam. Sie verstecken sich unter Sitten und Mei-nungen. Im Grunde weiss jeder Mensch recht wohl, dasser nur einmal, als ein Unicum, auf der Welt ist und dasskein noch so seltsamer Zufall zum zweiten Mal ein sowunderlich buntes Mancherlei zum Einerlei, wie er esist, zusammenschütteln wird: er weiss es, aber verbirgtes wie ein böses Gewissen — weshalb? Aus Furcht vordem Nachbar, welcher die Convention fordert und sichselbst mit ihr verhüllt. Aber was ist es, was den Ein-zelnen zwingt, den Nachbar zu fürchten, heerdenmässigzu denken und zu handeln und seiner selbst nicht frohzu sein? Schamhaftigkeit vielleicht bei Einigen und Selt-nen. Bei den Allermeisten ist es Bequemlichkeit, Träg-heit, kurz jener Hang zur Faulheit, von dem der Reisendesprach. Er hat Recht: die Menschen sind noch faulerals furchtsam und fürchten gerade am meisten die Be-schwerden, welche ihnen eine unbedingte Ehrlichkeit undNacktheit auf bürden würde. Die Künstler allein hassendieses lässige Einhergehen in erborgten Manieren und