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mein in Schätzung, welche die grossen Massentriebe alsdas Wichtige und Hauptsächliche in der Geschichtenimmt und alle grossen Männer nur als den deutlichstenAusdruck, gleichsam als die sichtbar werdenden Bläschenauf der Wasserfluth betrachtet. Da soll die Masse aussich heraus das Grosse, das Chaos also aus sich herausdie Ordnung gebären; am Ende wird dann natürlich derHymnus auf die gebärende Masse angestimmt. „Gross“wird dann alles das genannt, was eine längere Zeit einesolche Masse bewegt hat und, wie man sagt, „eine histo-rische Macht“ gewesen ist. Heisst das aber nicht rechtabsichtlich Quantität und Qualität verwechseln? Wenndie plumpe Masse irgend einen Gedanken, zum Beispieleinen Religionsgedanken, recht adäquat gefunden hat,ihn zäh vertheidigt und durch Jahrhunderte fortschleppt:so soll dann, und gerade dann erst, der Finder undGründer jenes Gedankens gross sein. Warum doch! DasEdelste und Höchste wirkt gar nicht auf die Massen; derhistorische Erfolg des Christenthums, seine historischeMacht, Zähigkeit und Zeitdauer, alles das beweist glück-licherweise nichts in Betreff der Grösse seines Gründers,da es im Grunde gegen ihn beweisen würde: aber zwi-schen ihm und jenem historischen Erfolge liegt eine sehrirdische und dunkle Schicht von Leidenschaft, Irrthum,Gier nach Macht und Ehre, von fortwirkenden Kräften des■Imperium romanum, eine Schicht, aus der das Christen-thum jenen Erdgeschmack und Erdenrest bekommen hat,der ihm die Fortdauer in dieser Welt ermöglichte undgleichsam seine Haltbarkeit gab. Die Grösse soll nichtvom Erfolge abhängen, und Demosthenes hat Grösse,ob er gleich keinen Erfolg hatte. Die reinsten und wahr-haftigsten Anhänger des Christenthums haben seinen welt-lichen Erfolg, seine sogenannte „historische Macht“ immer