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derungs-Ausdruck zu stehlen. Denn welche Medizinwäre heilsamer gegen das Übermaass historischer Bil-dung, als Hartmann’s Parodie aller Welthistorie?
Wollte man recht trocken heraussagen, was Hart-mann von dem umrauchten Dreifusse der unbewusstenIronie her uns verkündet, so wäre zu sagen: er verkün-det uns, dass unsre Zeit nur gerade so sein müsse, wiesie ist, wenn die Menschheit dieses Dasein einmal ernst-lich satt bekommen soll: was wir von Herzen glauben.Jene erschreckende Verknöcherung der Zeit, jenes un-ruhige Klappern mit den Knochen — wie es uns DavidStrauss naiv als schönste Thatsächlichkeit geschildert hat —wird bei Hartmann nicht nur von hinten, ex causis effi-cientilus, sondern sogar von vorne, ex causa finali, ge-rechtfertigt; von dem jüngsten Tage her lässt der Schalkdas Licht über unsre Zeit strahlen, und da findet sich,dass sie sehr gut ist, nämlich für den, der möglichststark an Unverdaulichkeit des Lebens leiden will undjenen jüngsten Tag nicht rasch genug heranwünschenkann. Zwar nennt Hartmann das Lebensalter, dem dieMenschheit sich jetzt nähert, das „Mannesalter“: dasist aber, nach seiner Schilderung, der beglückte Zustand,wo es nur noch „gediegene Mittelmässigkeit“ giebt unddie Kunst das ist, was „dem Berliner Börsenmanne etwaAbends die Posse“ ist, wo „die Genie’s kein Bedürfniss •der Zeit mehr sind, weil es hiesse, die Perlen vor dieSäue werfen oder auch, weil die Zeit über das Stadium,welchem Genie’s gebührten, zu einem wichtigeren fortge-schritten ist“, zu jenem Stadium der socialen Entwicklungnämlich, in dem jeder Arbeiter „bei einer Arbeitszeit, dieihm für seine intellectuelle Ausbildung genügende Müsselässt, ein comfortables Dasein führe“. Schalk aller Schalke,du sprichst das Sehnen der jetzigen Menschheit aus: du