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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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wurde im Hinblick auf den ihm zu Diensten stehendenErdkreis, wie er sich selbst unter dem einströmendenFremden verlor und bei dem kosmopolitischen Götter-,Sitten- und Künste-Carnevale entartete, so muss es demmodernen Menschen ergehn, der sich fortwährend dasFest einer Weltausstellung durch seine historischenKünstler bereiten lässt; er ist zum geniessenden undherumwandelnden Zuschauer geworden und in einenZustand versetzt, an dem selbst grosse Kriege, grosseRevolutionen kaum einen Augenblick lang etwas zuändern vermögen. Noch ist der Krieg nicht beendet,

0- - I 1 und schon ist er in bedrucktes Papier hunderttausend-

i ^ I fach um gesetzt, schon wird er als neuestes Reizmittel

.. dem ermüdeten Gaumen der nach Historie GierigenY . , vorgesetzt. Es scheint fast unmöglich, dass ein starker

und voller Ton selbst durch das mächtigste Hinein-greifen in die Saiten erzeugt werde: sofort verhallt erwieder, im nächsten Augenblicke bereits klingt erhistorisch zart verflüchtigt und kraftlos ab. Moralischausgedrückt: es gelingt euch nicht mehr, das Erhabenefestzuhalten, eure Thaten sind plötzliche Schläge, keinerollenden Donner. Vollbringt das Grösste und Wunder-barste: es muss trotzdem sang- und klanglos zum Orkusziehn. Denn die Kunst flieht, wenn ihr eure Thaten

1- sofort mit dem historischen Zeltdach überspannt. Werdort im Augenblick verstehen, berechnen, begreifenwill, wo er in langer Erschütterung das Unverständlicheals das Erhabene festhalten sollte, mag verständiggenannt werden, doch nur in dem Sinne, in demSchiller von dem Verstand der Verständigen redet: ersieht Einiges nicht, was doch das Kind sieht, er hörtEiniges nicht, was doch das Kind hört; dieses Einige istgerade das Wichtigste: weil er dies nicht versteht, ist