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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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Betrachtung so beseligt fühlen, als ob das Menschen-leben eine herrliche Sache sei, und als ob es gar dieschönste Frucht dieses bitteren Gewächses sei, zu wissen,dass früher einmal Einer stolz und stark durch diesesDasein gegangen ist, ein Andrer mit Tiefsinn, ein Drittermit Erbarmen und hülfreich alle aber Eine Lehre hinter-lassend, dass der am schönsten lebt, der das Dasein nichtachtet. Wenn der gemeine Mensch diese Spanne Zeitso trübsinnig ernst und begehrlich nimmt, wussten jene,auf ihrem Wege zur Unsterblichkeit und zur monumen-talen Historie, es zu einem olympischen Lachen odermindestens zu einem erhabenen Hohne zu bringen; oftstiegen sie mit Ironie in ihr Grab denn was war anihnen zu begraben! Doch nur das, was sie als Schlacke,

Unrath, Eitelkeit, Thierheit immer bedrückt hatte und

was jetzt der Vergessenheit anheim fällt, nachdem es

längst ihrer Verachtung preisgegeben war. Aber Eines

wird leben, das Monogramm ihres eigensten Wesens, ein

Werk, eineThat, eine seltne Erleuchtung, eine Schöpfung:

es wird leben, weil keine Nachwelt es entbehren kann. t

In dieser verklärtesten Form ist der Ruhm doch etwas ./~

mehr als der köstlichste Bissen unserer Eigenliebe, wie

ihn Schopenhauer genannt hat, es ist der Glaube an die p, ^

Zusammengehörigkeit und Continuität des Grossen aller <oU-.. A Il ~,

Zeiten, es ist ein Protest gegen den Wechsel der Ge- '.V*»

schlechter und die Vergänglichkeit.

Wodurch also nützt dem Gegenwärtigen die monu-mentalische Betrachtung der Vergangenheit, die Be-schäftigung mit dem Classischen und Seltnen frühererZeiten? Er entnimmt daraus, dass das Grosse, das ein-mal war, jedenfalls einmal möglich war und deshalbauch wohl wieder einmal möglich sein wird; er gehtmuthiger seinen Gang, denn jetzt ist der Zweifel, der

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