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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
Entstehung
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I.

Betrachte die Heerde, die an dir vorüberweidet: sieweiss nicht, was Gestern, was Pleute ist, springt umher,frisst, ruht, verdaut, springt wieder, und so vom Morgenbis zur Nacht und von Tage zu Tage, kurz angebundenmit ihrer Lust und Unlust, nämlich an den Pflock desAugenblicks, und deshalb weder schwermüthig nochüberdrüssig. Dies zu sehen geht dem Menschen hartein, weil er seines Menschenthums sich vor dem Thierebrüstet und doch nach seinem Glücke eifersüchtig hin-blickt; — denn das will er allein, gleich dem Thiereweder überdrüssig noch unter Schmerzen leben, und willes doch vergebens, weil er es nicht will wie das Thier.*Der Mensch fragt wohl einmal das Thier: warum redestdu mir nicht von deinem Glücke und siehst mich nuran? Das Thier will auch antworten und sagen, daskommt daher, dass ich immer gleich vergesse, was ichsagen wollte, — da vergass es aber auch schon dieseAntwort und schwieg: so dass der Mensch sich darobverwunderte.

Er wundert sich aber auch über sich selbst, dasVergessen nicht lernen zu können und immerfort amVergangnen zu hängen: mag er noch so weit, noch soschnell laufen, die Kette läuft mit. Es ist ein Wunder: