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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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gesagt: was wir gesehen haben, waren thönerne Beine,und was wie gesunde Fleischfarbe erschien, war nur auf-gemalte Tünche. Freilich wird die Philister-Kultur inDeutschland entrüstet sein, wenn man von bemaltenGötzenbildern spricht, wo sie einen lebendigen Gott sieht.Wer es aber wagt, ihre Bilder umzuwerfen, der wirdsich schwerlich scheuen, ihr, aller Entrüstung zum Trotz,ins Gesicht zu sagen, dass sie selbst verlernt habe,zwischen lebendig und tödt, acht und unächt, originalund nachgemacht, Gott und Götze zu unterscheiden, unddass ihr der gesunde, männliche Instinkt für das Wirklicheund Rechte verloren gegangen sei. Sie selbst verdientden Untergang: und jetzt bereits sinken die Zeichen ihrerHerrschaft, jetzt bereits fällt ihr Purpur; wenn aber derPurpur fällt, muss auch der Herzog nach.

Damit habe ich mein Bekenntniss abgelegt. Es istdas Bekenntniss eines Einzelnen; und was vermöchte soein Einzelner gegen alle Welt, selbst wenn seine Stimmeüberall gehört würde! Sein Urtheil würde doch nur, umeuch zu guterletzt mit einer ächten und kostbarenStraussenfeder zu schmücken,von eben so viel sub-jectiver Wahrheit als ohne jede objective Be-weiskraft sein nicht wahr, meine Guten? Seiddeshalb immerhin getrosten Muthes! Einstweilen wenig-stens wird es bei euremvon eben so viel alsohne sein Bewenden haben. Einstweilen! So langenämlich das noch als unzeitgemäss gilt, was immer ander Zeit war und jetzt mehr als je an der Zeit ist undNoth thut die Wahrheit zu sagen.

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