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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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kampfes gesungen hat. Jetzt, unter dem übermächtigenEinflüsse der tragischen Dichtung, werden die home-rischen Mythen von Neuem umgeboren und zeigen indieser Metempsychose, dass inzwischen auch die olym-pische Cultur von einer noch tieferen Weltbetrachtungbesiegt worden ist. Der trotzige Titan Prometheus hates seinem' olympischen Peiniger angekündigt, dass einstseiner Herrschaft die höchste Gefahr drohe, falls er nichtzur rechten Zeit sich mit ihm verbinden werde. InÄschylus erkennen wir das Bündniss des erschreckten,vor seinem Ende bangenden Zeus mit dem Titanen. Sowird das frühere Titanenzeitalter nachträglich wieder ausdem Tartarus ans Licht geholt. Die Philosophie derwilden und nackten Natur schaut die vorübertanzendenMythen der homerischen Welt mit der unverhülltenMiene der Wahrheit an: sie erbleichen, sie zittern vordem blitzartigen Auge dieser Göttin bis sie die mäch-tige Faust des dionysischen Künstlers in den Dienst derneuen Gottheit zwingt. Die dionysische Wahrheit über-nimmt das gesammte Bereich des Mythus als Symbolikihrer Erkenntnisse und spricht diese theils in demöffentlichen Cultus der Tragödie, theils in den geheimenBegehungen dramatischer Mysterienfeste, aber immerunter der alten mythischen Pliille aus. Welche Kraftwar dies, die den Prometheus von seinen Geiern befreiteund den Mythus zum Vehikel dionysischer Weisheit um-wandelte? Dies ist die heraklesmässige Kraft der Musik:als welche, in der Tragödie zu ihrer höchsten Erscheinunggekommen, den Mythus mit neuer tiefsinnigster Bedeut-samkeit zu interpretiren weiss; wie wir dies als dasmächtigste Vermögen der Musik früher schon zu charak-terisiren hatten. Denn es ist das Loos jedes Mythus,allmählich in die Enge einer angeblich historischen Wirk-