so grausames und rücksichtsloses Staatswesen von län-gerer Dauer sein.
Bis zu diesem Punkte ist des Weiteren ausgeführtworden, was ich am Eingänge dieser Abhandlung be-merkte: wie das Dionysische und das Apollinische inimmer neuen auf einander folgenden Geburten, und sichgegenseitig steigernd, das hellenische Wesen beherrschthaben: wie aus dem „erzenen“ Zeitalter, mit seinen Titanen-kämpfen und seiner herben Volksphilosophie, sich unterdem Walten des apollinischen Schönheitstriebes die home-rische Welt entwickelt, wie diese „naive“ Herrlichkeitwieder von dem einbrechenden Strome des Dionysischenverschlungen wird, und wie dieser neuen Macht gegen-über sich das Apollinische zur starren Majestät der do-rischen Kunst und Weltbetrachtung erhebt. Wenn aufdiese Weise die .ältere hellenische Geschichte, im Kampfjener zwei feinds eligen Principien, in vier grosse Kunst-stufen zerfällt: so sind wir jetzt gedrängt, weiter nachdem letzten Plane dieses Werdens und Treibens zufragen, falls uns nicht etwa die letzterreichte Periode, dieder dorischen Kunst, als die Spitze und Absicht jenerKunsttriebe gelten sollte: und hier bietet sich unserenBlicken das erhabene und hochgepriesene Kunstwerkder attischen Tragödie und des dramatischen Dithy-rambus, als das gemeinsame Ziel beider Triebe, deren "ge"-heimnissvolles Ehebündniss, nach langem vorhergehendenKampfe, sich internem solchen Kinde — das zugleichAntigone und' Kassandrä. ist — verherrlicht hat.
Wir nahen uns jetzt dem eigentlichen Ziele unsrerUntersuchung, die auf die Erkenntniss des dionysisch-