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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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I

seine Erlösung durch den Schein, sich vollzieht: er zeigtuns, mit erhabenen Gebärden, wie die ganze Welt derQual nöthig ist, damit durch sie der Einzelne zur Er-'X zeugung der erlösenden Vision gedrängt werde und dann,ins Anschauen derselben versunken, ruhig auf seinemschwankenden Kahne, inmitten des Meeres, sitze.

Diese Vergöttlichung der Individuation kennt, wenn sieüberhaupt imperativisch und Vorschriften gebend gedachtwird, nur Ein Gesetz, das Individuum, d. h. die Einhaltungder Grenzen des Individuums, das Maass im hellenischenSinne. Apollo , als ethische Gottheit, fordert von denSeinigen das Maass und, um es einhalten zu können,Selbsterkenntniss. Ünd so läuft neben der ästhetischen, Nothwendigkeit der Schönheit die Forderung desErkenne^/'dich selbst und desNicht zu viel! her, währendSelbstüberhebung und Über maass^a ls die eigentlich fein d-seligen Dämonen der nicht-apollinischen Sphäre, daher alsEigenschaften der vor-apollinischen Zeit, des Titanenzeit-alters, und der ausser-apollinischen Welt d. h. der Barbaren-welt, erachtet wurden. Wegen seiner titanenhaften Liebezu den Menschen musste Prometheus von den Geh _ nzerrissen werden, jse in er übermässigen Weisheit halber,die das Räthsel der Sphinx löste, musste Ödipus in einenverwirrenden Strudel von Unthaten stürzen: so interpre-tirte der delphische Gott die griechische Vergangenheit.

Titanenhaft undbarbarisch dünkte dem apollini-schen Griechen auch die Wirkung, die das Dionysischeerregte: ohne dabei sich verhehlen zu können, dass erselbst doch zugleich auch innerlich mit jenen gestürztenTitanen und Heroen verwandt sei. Ja er musste nochmehr empfinden: sein ganzes Dasein mit aller Schönheitund Mässigung ruhte auf einem verhüllten UntergründeHes Leidens und der Erkenntnis, der ihm wieder durch