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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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befähigte Volk das Dasein ertragen können, wenn ihmnicht dasselbe, von einer höheren Glorie umflossen, inseinen Göttern gezeigt worden wäre. Derselbe Trieb,y der die Kunst ins Leben ruft, als die zum Weiterleben\ verführende Ergänzung und Vollendung des Daseins, liessauch die olympische Welt entstehn, in der sich der helle-nischeWille einen verklärenden Spiegel vorhielt. Sorechtfertigen die Götter das Menschenleben, indem sie esselbst leben die allein genügende Theodicee! .DasDasein unter dem hellen Sonnenscheine solcher Götterwird als das an sich Erstrebenswerthe empfunden, undder eigentliche Schmerz der homerischen Menschen be-zieht sich auf das Abscheiden aus ihm, vor allem auf dasbaldige Abscheiden: so dass man jetzt von ihnen, mitUmkehrung der silenischen Weisheit, sagen könnte,dasAllerschlimmste sei für sie, bald zu sterben, das Zweit-schlimmste, überhaupt einmal zu sterben. Wenn dieKlage einmal ertönt, so klingt sie wieder vom kurz-lebenden Achilles, von dem blättergleichen Wechsel undWandel des Menschengeschlechts, von dem Untergangder Heroenzeit. Es ist des grössten Helden nicht un-würdig, sich nach dem Weiterleben zu sehnen, sei esselbst als Tagelöhner. So ungestüm verlangt, auf derapollinischen Stufe, derWille nach diesem Dasein, soEins fühlt sich der homerische Mensch mit ihm, dassselbst die Klage zu seinem Preisliede wird.

Hier muss nun ausgesprochen werden, dass diesevon den neueren Menschen so sehnsüchtig angeschauteHarmonie, ja JEinheit_,.des__Menschen mit der Natur, fürdie Schiller das Kunstwortnaiv in Geltung gebrachthat, keinesfalls ein so einfacher, sich von selbst ergeben-der, gleichsam unvermeidlicher Zustand ist, dem wir ander Pforte jeder Cultur, als einem Paradies der Mensch-