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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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was zwingst du mich dir zu sagen, was nicht zu hörenfür dich das Erspriesslichste ist? Das Allerbeste ist fürdich gänzlich unerreichbar: nicht geboren zu sein, nichtzu sein, nichts zu sein. Das Zweitbeste aber ist fürdich bald zu sterben.

Wie verhält sich zu dieser Volksweisheit die olym-pische Götterwelt? Wie die entzückungsreiche Vision desgefolterten Märtyrers zu seinen Peinigungen.

Jetzt öffnet sich uns gleichsam der olympische Zauber-berg und zeigt uns seine Wurzeln. Der Grieche kannteund empfand die Schrecken und Entsetzlichkeiten desDaseins: um überhaupt leben zu können, musste er vorsie hin die glänzende Traumgeburt der Olympischenstellen. Jenes ungeheure Misstrauen gegen die titanischenMächte der Natur, jene über allen Erkenntnissen erbar-mungslos thronende Moira, J, jener Geier des grossenMenschenfreundes Prometheus, jenes Schreckensloos desweisen Ödipus, jener Geschlechtsfluch der Atriden, derOrest zum Muttermorde zwingt, kurz jene ganze Philo-sophie des Waldgottes, sammt ihren mythischen Exempeln,an der die schwermüthigen Etrurier zu Grunde gegangensind wurde von den Griechen durch jene künstlerischeMittelwelt der Olympier fortwährend von Neuemuberwunden, jedenfalls verhüllt und dem Anblick ent-zogen. Um leben zu können, mussten die Griechen dieseGötter, aus tiefster Nöthigung, schaffen: welchen Hergangwir uns wohl so vorzustellen haben, dass aus der ur-sprünglichen titanischen Götterordnung des Schreckensdurch jenen apollinischen Schönheitstrieb in langsamenÜbergängen die olympische Götterordnung der Freudeentwickelt wurde: wie Rosen aus dornigem Gebüschhervörbrechen. Wie anders hätte jenes so reizbar empfin-dende, so ungestüm begehrende, zum Leiden so einzig

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