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was zwingst du mich dir zu sagen, was nicht zu hörenfür dich das Erspriesslichste ist? Das Allerbeste ist fürdich gänzlich unerreichbar: nicht geboren zu sein, nichtzu sein, nichts zu sein. Das Zweitbeste aber ist fürdich — bald zu sterben“.
Wie verhält sich zu dieser Volksweisheit die olym-pische Götterwelt? Wie die entzückungsreiche Vision desgefolterten Märtyrers zu seinen Peinigungen.
Jetzt öffnet sich uns gleichsam der olympische Zauber-berg und zeigt uns seine Wurzeln. Der Grieche kannteund empfand die Schrecken und Entsetzlichkeiten desDaseins: um überhaupt leben zu können, musste er vorsie hin die glänzende Traumgeburt der Olympischenstellen. Jenes ungeheure Misstrauen gegen die titanischenMächte der Natur, jene über allen Erkenntnissen erbar-mungslos thronende Moira, J, jener Geier des grossenMenschenfreundes Prometheus, jenes Schreckensloos desweisen Ödipus, jener Geschlechtsfluch der Atriden, derOrest zum Muttermorde zwingt, kurz jene ganze Philo-sophie des Waldgottes, sammt ihren mythischen Exempeln,an der die schwermüthigen Etrurier zu Grunde gegangensind — wurde von den Griechen durch jene künstlerischeMittelwelt der Olympier fortwährend von Neuemuberwunden, jedenfalls verhüllt und dem Anblick ent-zogen. Um leben zu können, mussten die Griechen dieseGötter, aus tiefster Nöthigung, schaffen: welchen Hergangwir uns wohl so vorzustellen haben, dass aus der ur-sprünglichen titanischen Götterordnung des Schreckensdurch jenen apollinischen Schönheitstrieb in langsamenÜbergängen die olympische Götterordnung der Freudeentwickelt wurde: wie Rosen aus dornigem Gebüschhervörbrechen. Wie anders hätte jenes so reizbar empfin-dende, so ungestüm begehrende, zum Leiden so einzig
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