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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
Entstehung
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Kunstvergöttlicher, mit aufgeschlossnerem Ohre eine ein-zige ausgewählte Stelle Ihres Buches an, jene nicht un-beredte Drachentödter-Stelle, welche für junge Ohrenund Herzen verfänglich-rattenfängerisch klingen mag:wie? ist das nicht das ächte rechte Romantiker-Bekennt-niss von 1830, unter der Maske des Pessimismus von1850? hinter dem auch schon das übliche Romantiker-Finale präludirt, Bruch, Zusammenbruch, Rückkehrund Niedersturz vor einem alten Glauben, vor dem altenGotte . . . Wie? ist Ihr Pessimisten-Buch nicht selbst einStück Antigriechenthum und Romantik, selbst etwasebenso Berauschendes als Benebelndes, ein Narkotikumjedenfalls, ein Stück Musik sogar, deutscher Musik?Aber man höre:

Denken wir uns eine beramvachsende Generation mit dieserUnerschrockenbeit des Blicks, mit diesem heroischen Zug insUngeheure, denken wir uns den kühnen Schritt dieser Drachen-tödter, die stolze Verwegenheit, mit der sie allen den Schwäch-lichkeitsdoktrinen des Optimismus den Rücken kehren, um imGanzen und Vollenresolut zu leben: sollte es nicht nöthigsein, dass der tragische Mensch dieser Cultur, bei seiner Selbst-erziehung zum Ernst und zum Schrecken, eine neue Kunst, dieKunst des metaphysischen Trostes, die Tragödie als dieihm zugehörige Helena begehren und mit Faust ausrufen muss:Und sollt ich nicht, sehnsüchtigster Gewalt,

Ins Leben ziehn die einzigste Gestalt?

Sollte es nicht nöthig sein? . . . Nein, drei Malnein! ihr jungen Romantiker: es sollte nicht nöthigsein! Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass es so endet,dass ihr so endet, nämlichgetröstet, wie geschriebensteht, trotz aller Selbsterziehung zum Ernst und zumSchrecken,metaphysisch getröstet, kurz, wie Roman-tiker enden, christlich .Nein! Ihr solltet vorerst

die Kunst des diesseitigen Trostes lernen, ihrsolltet lachen lernen, meine jungen Freunde, wenn