Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
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Verlag von C. G. NAUMANN in Leipzig.

Dr. Mathieu Schwann.

SOPHIA.

Sprossen zu einer Philosophie des Lebens.

Gross 8°. 16 Bogen. Brosch. Mark 4., geb. 5.50.

Egoismus Altruismus, Aristokratie Demokratie, Individualismus SocialismusJugend Alter, u. s. w. lauter Schlagworte unserer bewegten Zeit! Schaaren vonKämpfern ziehen aus und sammeln sich nach irgend einer gegebenen Parole! Aber wobleibt der Mensch selbst, fragt man sich bei diesem Beginnen.

Von all den theoretischen Spiegelfechtereien und Argumenten, welche für das eineoder anderePrincip ins Feld geführt werden, um die harte Praxis zu legitimiren, streichtdas Leben schliesslich mindestens die Hälfte wieder aus! Das brachte den Autor auf dieFrage, wieso das Leben dazu komme, und seine ernste Beschäftigung mit der Geschichtewie der psychologischen Entwickelung des Einzelnen Hessen ihn seine Antwort finden;der wissenschaftliche Begriff derEntwickelung wurde vor seinem Auge lebendig, er er-kannte die Gleichartigkeit im Werden des Einzelnen, wie der Massen und Völker. DieVerschiedenheit der Lebensalter, der sogenannten Kulturgrade, und die Verschiedenheitder Bedingungen und Lebensverhältnisse dieser Alter gab ihm den Schlüssel zu seinerErkenntniss; das Leben ist nur durch Leben zu verstehen, nur durch Leben zu erklären !Nicht auf abstrakt theoretischem Wege, sondern auf demjenigen lebendig prüfender Welt-und Lebensbetrachtung bot sich ihm der Ausblick in die Zukunft.

Stark und fest auf dem Boden unserer Erde stehend, ruft er von seinem Aussichts-punkte uns zu: Die letzte und schönste Aussicht des Menschen ist der Mensch; ihn zusuchen ist unsere erste und letzte Aufgabe. Wer sich blenden lässt durch die kühneReizung der Zwischenspiele, wie sie in obigen Schlagwörtern verhüllt auftauchen, geht indie Irre. Zu unseren letzten Zielen drängt über alle Zwischenspiele hinaus der Menschen-wille, zu ihm lockt alle Menschensehnsucht, von ihm winkt alleErlösung; und soschiebt sich in die rathlose Confusion der Vielerleiheit die Einheit hinein, die uns Zielund Richtung giebt: die Einigkeit herstellt zwischen dem Privatziele des einzelnen Menschenund dem Allgemeinziele des Menschen; die Einheit, die wir haben müssen, sollen wirnicht haltlos und gehaltlos hinweggeschwemmt werden von dem Wirbel desUeberflüssigen.

Albert Kniepf.

Theorie der Geisteswerthe.

Gross 8°. io'/j Bogen. Brosch. Mark 3., geb. Mark 4.25.

Kniepf fegt mit einem scharfen Besen, wird aber nicht nur den Erfolg haben,dass man ihn liest. Er wird anregend auf alle künstlerischen Geister wirken.

Wir würden dem Verfasser und seinem Buche schweres Unrecht zufiigen, wolltenwir unterlassen, anzuerkennen, dass seine Kritik des kirchlichen Dogmatismus allent-halben zutrifft. Hamburger Signale.