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gegen die Leidenschaft zu Gunsten der Vernunft und Gerechtig-keit. Wir Arglosen!
2. Cap. Wir entdecken plötzlich, dass es alle Merkmaleder Leidenschaft selber trägt. Wir leiden bei dieser Erkennt-niss, wir trachten nach dem ungetrübten, morgenstillen Lichtedes Weisen. Aber wir errathen: auch dieses Licht ist leiden-schaftliche Bewegung, aber sublimirt, für Grobe unerkennbar.
3. Cap. Wir suchen uns der Knechtschaft zu entziehen,wir beugen uns anderen Leidenschaften (Kunst). Wir suchensie durch Zerlegung zu tödten, durch Ableitung ihres Ursprungs.Wir entdecken dabei, wie überhaupt Leidenschaften entstehen,wie sie veredelt werden und wirken.
4. Cap. Die Rückwirkung von aussen beginnt: alles, waswir selber dagegen eingewendet haben, um uns los zu machen,alle unsere Irrthümer kehren von aussen her auf uns los, alsZerfall mit Freunden u. s. w. Es ist eine neue und unbekannteLeidenschaft. Ihre düstere Seligkeit! sie lässt uns tragen! siewirkt Einsamkeit, sie enthüllt uns die Denker.“
„Zum Plan.
Wodurch ist das Bedürfniss nach einem festen Haltso gross geworden? Weil wir angelehrt worden sind, uns zumisstrauen: das heisst weil wir keine Leidenschaft mehr habendürfen, ohne schlechtes Gewissen! Durch diese Verlästerungunseres Wesens ist der Trieb nach Gewissheit ausser unsso gross geworden. 1. religiöser Weg, 2. wissenschaftlicher
Weg, 3. Hingebung an Geld, Fürsten, Parteien, christliche
Secten u. s. w.: welche wir fanatisch nehmen müssen, also falschverstehen müssen, damit sie uns das Begehrte leisten. DieJuden hatten diese Verachtung von sich und vom Menschenüberhaupt.
Ziel: 1. Die noch so sehr sicher gestellte Welt ist zuletzteiner individuellen Messung unterworfen: so lange wir
forschen, können wir das Individuum oft ausschliessen; zu
dem, was wir zuletzt finden, giebt es immer eine subjective