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500.
Die Alten trauten den Frauen in der Leidenschaftdas eigentlich Unmenschliche und Unglaubliche zu —zur Zeit des Aschylus.
5°i.
Die Naturen, welche überhaupt nicht über sichdenken, namentlich aber gewisse Dinge an sich nichtin’s Auge fassen mögen (Frauen zum Beispiel schon dieThätigkeit des Magens nicht, geschweige den Geschlechts-trieb) — diese deuten sich alle Phänomene anders undwollen den einfachen Grund nicht sehen und nicht zu-geben. So erlangt ihre Passion etwas Träumerischesund für sie selber Mystisches, sie unterliegen ihr vieleher und heftiger, weil sie idealistisch von sich denken.Was wissen unvermählte Frauen von dem abartendenGeschlechtstrieb, in ihrer Leidenschaft für die Kunst undgewisse Richtungen derselben, oder im Mitleid, oder inder Art von blinder Hingebung an einen Gedanken!
502.
Wenn die Scham die Ursache der Liebe ist: überallwo eine Befriedigung des Triebes verwehrt wird, ent-steht ein neuer Zustand, und eine gewisse züchtigereQual und Befriedigung, es wird so ein Ideal zum Keimengebracht — etwas Sinnlich-Übersinnliches.
''5°3-
Die Zeugung ist eine oft eintretende gelegentlicheFolge einer Art der Befriedigung des geschlechtlichenTriebes: nicht dessen Absicht, nicht dessen nothwendigeWirkung. Der Geschlechtstrieb hat zur Zeugung kein