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476 .
Jede Zeit hat ihren Erzähler von tausend und einerNacht: unserer ist jetzt Wagner. Es sind Dinge, die mannicht glaubt, nicht für möglich hält, — aber sehr gerneinmal im Theater sieht, als wären sie wahr.
477 -
Schopenhauer, so fern der Verneinung, war doch soanständig, sie nie zu heucheln und keinen Putz darauszu machen; was ehrgeizige Künstler sofort thun, weilsie dadurch einen Vorrang zu gewinnen hoffen. DieSchauspielerei mit ascetischen und mirakulösen Stoffenist schon ein Stück persönlicher Heuchelei.
478.
Die Musik hat noch keinen zürnenden Gott dar-gestellt. — Wagner’s Wotan leidet an der Schwäche desdeutschen Charakters, er will zu vielerlei und nichtsvöllig bestimmt. Sein Zorn ist gar nicht zu nennenneben dem des Michel Angelo’schen Gottes; dafür hattedieser auch nur diesen einen Gedanken im Kopfe.
479 -
Der Reiz der bekämpften Schwierigkeit (Wagner)und der Reiz der überwundenen Schwierigkeit: durchkünstliche Figuren hindurch ein Gefühl, zum Beispieldie Liebe, noch zum Ausdruck bringen (zum BeispielPetrarca).
480.
Was nennen die Anhänger Wagner’s einen „musi-kalischen Menschen“? Und was andere und ehemals!Fast Gegensätze! Also Vorsicht!