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die feineren Erkenntnisse muss man theuer erkaufen,das heisst zu oft durch Enttäuschung Unbehagen leiden.
— Die Masse und die Häufigkeit des musikalischen Ge-nusses nimmt mit der Verfeinerung des Geschmackes ab,
— ist das ein Gegengrund gegen die Entwickeluhgder Musik und die Pflege derselben? Und ist es nichtin allem so, auch in der Erkenntniss? An was für Dingenhat ein Kind Erkenntnissfreuden! Und wie grosse!
466.
Wer ausschliesslich einer einzigen Gattung MusikGehör schenkt, weiss endlich nicht mehr, wie abscheulichsie klingt: mehr noch, er weiss die feinen und gutenSachen nicht mehr von den schwachen und übertriebenenzu unterscheiden und geniesst im Einzelnen weniger, alsman glaubt, im Ganzen freilich hat er das Gefühl derMacht, — seine Musik sei die beste Musik und sei durch-weg gute Musik: obschon von beidem das Gegentheilwahr ist. Wer nur sich liebt, kann aus dem schlechtestenGeschmack eine Seligkeit empfinden und daraus ein Ge-setz, eine Tyrannei machen: le mauvais goüt mene aucrime.
467.
Goethe’s vorsichtige Haltung zur Musik: sehr vor-theilhaft, dass die deutsche Neigung zur Unklarheit nichtnoch einen künstlerischen Rückhalt bekam.
468.
Bei Milton und Luther, wo die Musik zum Lebengehört, ist die mangelhafte, fanatische Entwickelung desVerstandes und die Unbändigkeit des Hassens undSchimpfens vielleicht mit durch die Undisciplin d erMusik herbeigeführt.
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