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Gebräuche streng). Dasselbe ist ihnen an den Judenanstössig, was ihnen an den Christen anstössig ist: derMangel an Götterbildern, die sogenannte Geistigkeitihrer Religion, eine Religion, die das Licht scheut, miteinem Gott, der sich nicht sehen lassen kann: dieserweckte Argwohn; noch mehr das, was man vomOsterlamm munkelte, vom Essen des Leibes, Trinkendes Blutes und dergleichen. — In Summa: die Menschender Bildung damals meinten, Juden und Christen seienheimliche Kannibalen. Dann traute man ihnen zu, ver-rücktes Zeug ehrlich zu glauben, das jüdische undchristliche Maass im Glauben-können war den Römernverächtlich; der Jude in Christus war es, der vor allemGlauben forderte. Die Gebildeten jener Zeit, vor denenalle philosophischen Systeme einander in den Haarenlagen, fanden dieses Glauben-fordern unausstehlich.„Credat Judaeus Apella“ (Horaz).
'416.
Nicht die Sittenverderbniss — diese beschränkte sichauf fünf bis zehn Städte des ungeheueren Reiches —sondern die Ermüdung, welche überall eintrat, weilman am Ziele zu sein glaubte, in Betreff der Culturund der staatlichen Formen, führte die alte Welt in dieSchlinge des Christenthums. Die Menschen wollen lieberuntergehen als sich am Ende wissen, das Ausleben alseinziger Zweck des Lebens ist ihnen ein unerträglicherGedanke. Man war seiner selbst und der Welt müde:das Christenthum machte alles wieder interessant, indemes alle Werthurtheile umdrehte und hinter das Endealler Dinge ein Gericht setzte.