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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
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294.

Was an uns bemerkbar ist, das wächst oder ver-welkt unter dem Einflüsse des Lichtes, das von denanderen Menschen auf uns strahlt: gleichsam als ob dieAugen der Menschen für uns nothwendige Wärme- undLichtquellen wären. Als bemerkbar und bemerkt, regulirtsich das Wachsthum nach den Anderen, zum Beispielunsere Haltung, Miene. Dann was wir bemerken,aber andere nicht wissen können! und endlich das,was auch wir nicht bemerken! Die Grenzen sind ver-schieden, vieles ist mir im Licht, was anderen imDunkel ist, und entwickelt sich folglich anders,zum Beispiel Religiosität, Sinn für Wahrheit, Sympathie,Laster.

295 -

Es giebt bei jeder Handlung erstens das wirklicheMotiv, das verschwiegen wird, zweitens das präsentable,eingeständliche Motiv. Letzteres geht von uns aus, vonunserer Freude, unserem Individuum, wir stellen unsindividuell damit. Ersteres aber hat die Rücksicht aufdas, was die Anderen denken, wir handeln, wie jederhandelt, wir präsentiren uns als Individuen, aberhandeln als Gattungswesen. Komisch! Zum Beispiel ichsuche ein Amt: 2.ich bin es mir schuldig, mich nützlichzu machen; i.ich will meines Amtes wegen von denAnderen respectirt werden.

296.

Oft kommen zwei Menschen zusammen, deren Sittlich-keit so schlecht zusammen passt, dass der Eine da einvacuum hat, wo der Andere seine Kraft und Tugendfühlt; sie nennen sich gegenseitigunsittlich.

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