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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
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ladung durch die Tragödie. Wir sehen, wie verdächtigdiese Neigung ihnen vorkam. Sie ist staatsgefährlich,nimmt die nöthige Härte und Straffheit, macht, dassHeroen sich gebärden wie heulende Weiber u. s. w.In jetziger Zeit will man das Mitleid durch die Tragödiestärken wohl bekomms! Aber man merkt nichtsdavon, dass es da ist, vorher und nachher.

174.

Ein Übel geschehen lassen, das man hindern kann,heisst beinahe es thun. Deshalb retten wir das Kind,das spielend auf den offenen Brunnen zuläuft, nehmenden Stein aus dem Wege, der auf eine glatte Bahn ge-fallen ist, stellen einen Stuhl zurecht, der umzufallendroht alles nicht aus Mitleid, sondern weil wir unshüten, Schaden anzurichten. Daran haben wir uns ge-wöhnt; was auch die Motive für diese Gewohnheit seinmögen, jetzt handeln wir nach Gewohnheit und nichtmehr nach jenen Motiven.

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Dies sind die abnehmenden Grade des Mitleidens:erstens Mitleid mit Eigenem (Kind, Erzeugniss, Besitz,Weib, Diener), zweitens mit dem von uns zum Eigen-thum Begehrten, drittens mit uns Ähnlichem, viertensmit uns Bekanntem. Das Merkmal, welches das Mitleidvom Leiden unterscheidet, ist die Erbitterung, dass unseremEigenthum oder Eigenthum-Ähnlichen etwas zu Leidegeschieht. Das Leiden des uns Feindlichen ist angenehm,als Anzeichen vom Schwinden einer Kraft der Feindselig-keit: am Fremden, uns Unähnlichen beinahe angenehm,weil dies uns beinahe feindlich dünkt, wie das Ähnliche