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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
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202
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Hemmung des vergehenwollenden (müden) Triebes,also auch Hemmung der Entwickelung. Alle Ent-wickelung lustvoll.

116.

Man wird von seinen Meinungen über die Leiden-schaften mehr gequält, als von den Leidenschaften selber. Wo die Menschen nicht den Zweck eines Triebes alsnothwendig zur Erhaltung mit Lländen greifen, wie beimKoth- und Urinlassen, Nahrungnehmen u.s. w., da glaubensie ihn als überflüssig beseitigen zu können, zum Bei-spiel den Trieb zu neiden, zu hassen, zu fürchten. Unddas Nicht-loswerden-können betrachten sie als ein Unrecht,mindestens Unglück: während man so bei Llunger undDurst nicht denkt. Er soll uns nicht beherrschen,aber wir wollen ihn als nothwendig begreifen und seineKraft zu unserem Nutzen beherrschen. Dazu ist nöthig,dass wir ihn nicht in seiner ganzen, vollen Kraft er-halten, wie einen Bach, der Mühlen treiben soll. Werihn nicht ganz kennt, über den fällt er her, wie nachder Winterzeit ein Gebirgsbach zerstörend herunterkommt.

117.

Nothwendigkeit, eine wachsende, füllende Erregungdurch eine ausleerende Erregung (Wuth auslassen,Rachegedanken u. s. w.) auszulösen. Beispiel: der Kopf-kranke, der ein lautes Fest in der Nähe hat und endlich,weil der Schmerz zu gross ist, seine Gedanken auf einenFeind richtet und ihm im Geiste wehe thut: oder auchmit Fäusten sich selber schlägt. Hier ist etwas Un-moralisches das physisch gebotene Heilmittelgegen Wahnsinn: ein Beispiel, wie die unmoralischen