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vielleicht arbeiten alle zusammen doch daran, gewisseGrundimaginationen zu stärken. Deshalb darf man siesich nicht selber überlassen, sondern muss sie angreifen. —Die Action, in welche sie den Menschen ziehen, hilft dazu,falsche Maassstäbe immer wieder zu erzeugen — es wirdder Teufel an die Wand gemalt, und zuletzt wird manvon der gleichen Empfindung beherrscht, wie die,welche man bekämpft. Also: man soll nicht viel gegensie kämpfen!
2. Verhältniss höherer und niederer Culturen zur Moral.
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Bevor wir die physiologischen Zustände physiologischverstehen lernten, meinten die Menschen mit moralischenZuständen zu thun zu haben. Folglich hat sich dasBereich des Moralischen ausserordentlich verkleinert —•und wird fortwährend noch kleiner: ganz so wie dieReligion im Leben der Alten umfänglicher war als imLeben des katholischen Christen, und wie wiederum derProtestant den Umfang der Religion noch einmal ver-kleinert hat.
94.
Die moralischen Vorschriften werden in gebildetenZeiten immer unbestimmter, wie auch die Gottesvorstel-lung immer blasser wird. Es wird der Moral immer mehrGebiet entrissen (überall wo der Erfolg controlirbarwird und Erkenntniss eintritt, hört der moralische Maass-stab auf). Da flüchtet die Moral in’s „Ideal“ u. s. w.
Nietzsche, "Werke II. Abtheilung Band XI.
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