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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
143
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I 43

Drittens: Weil sehr viele harte und grobe Arbeitgethan werden muss, so müssen auch Menschen erhaltenwerden, welche sich derselben unterziehen, soweit näm-lich Maschinen diese Arbeit nicht ersparen können.Dringt in die Arbeiterclasse das Bedürfniss und die Ver-feinerung höherer Bildung, so kann sie jene Arbeit nichtmehr thun, ohne unverhältnissmässig sehr zu leiden. Einsoweit entwickelter Arbeiter strebt nach Müsse und ver-langt nicht Erleichterung der Arbeit, sondern Befreiungvon derselben, das heisst: er will sie jemand anderemaufbürden. Man könnte vielleicht an eine Befriedigungseiner Wünsche und an eine massenhafte Einführungbarbarischer Völkerschaften aus Asien und Africa denken,so dass die civilisirte Welt fortwährend die uncivilisirteWelt sich dienstbar machte, und auf diese Weise Nicht-Cultur geradezu als Verpflichtung zum Frohndienste be-trachtet würde. In der That ist in den Staaten Europasdie Cultur des Arbeiters und des Arbeitgebers oft so nahe-gerückt, dass die noch längere Zumuthung aufreibendermechanischer Arbeit das Gefühl der Empörung hervorruft.

Viertens: Hat man begriffen, wie der Sinn derBilligkeit und Gerechtigkeit entstanden ist, so muss manden Socialisten widersprechen, wenn sie die Gerechtig-keit zu ihrem Princip machen. Im Naturzustände giltder Satz nicht:was dem Einen recht ist, ist dem Andernbillig, sondern da entscheidet die Macht. Insofern dieSocialisten den völligen Umsturz der Gesellschaft wollen,appelliren sie an die Macht. Erst wenn die Vertreter derZukunftsordnung denen der alten Ordnungen im Kampfegegenüberstehen und beide Mächte sich gleich oder ähn-lich stark finden, dann sind Verträge möglich, und aufGrund der Verträge entsteht nachher eine Gerechtig-keit. Menschenrechte giebt es nicht.