2 10 .
Melodieen, die nicht fröhlich zu Ende laufen, sondernwie wasserscheue Hunde mit eingeklemmtem Schwänzeplötzlich stehen bleiben —•
211.
Wir stehen der Musik zu nahe, wir deuten nur hin;spätere Zeiten werden unsere Schriften über Musik garnicht verstehen.
2 12 .
Weshalb sind alle Musiker schlechte Schriftsteller,ohne Gehör für den Rhythmus, ohne Strenge der Ge-dankenfügung? Die Musik erschlafft das Denken undüberfeinert das Ohr. Das unbestimmte Symbolisiren; —sich daran genügen lassen.
213.
Der denkende Geist bei Musikern ist gewöhnlichfrisch, sie sind öfter geistreich als die Gelehrten; dennsie haben in der Ausübung ihrer Kunst das Mittel, demreflectirenden Denken beinahe völlige Ruhe, eine ArtSchlaf leben zu verschaffen; deshalb erhebt sich dies solustig und morgenfrisch, wenn der Musiker aufhört,Musik zu machen. — Man täuscht sich mitunter darüber,weil vielfach die Bildung des Musikers zu gering ist under nicht genug Stoff hat, a n dem er Geist zeigen könnte.— Ebenso steht es mit dem denkenden Geist der Frauen.
Beethoven: —aus dem Herzen in
214.
Jener edle, süsse Traum, welcherden Geist dringt und ihn in roth-