Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
81
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uns nicht; aber wodurch wollen sie beweisen, dass ihrGeschmack entwickelter ist, höher steht, Wenn nicht durchdie That?

206.

Man muss den Muth haben in der Kunst zu lieben,was uns wirklich zusagt, und es sich eingestehen, selbstwenn es ein schlechter Geschmack ist. So kann manvorwärts kommen.

207.

Es ist viel Charakter nöthig, die Sache des gutenGeschmacks und der Vernunft aufrecht zu erhalten, wenndie grossen Talente sich alle auf die entgegengesetzteSeite stellen.

2. Musik; Wagner.

208.

Musik hat als gesammte Kunst gar keinen Cha-rakter, sie kann heilig und gemein sein, und beides istsie erst, wenn sie durch und durch symbolisch gewordenist. Jene sublimirten Verherrlichungen der Musik über-haupt, wie sie zum Beispiel bei Bettina zu finden sind,sind Beschreibungen von Wirkungen gewisser Musikauf ganz bestimmte Individuen, welche alle jene sublimirtenZustände in sich haben und durch sie nun auch derMusik sich nähern.

209.

Es ist erbärmlich wenig, wenn eine MusikStim-mung hat. Ein Instrument soll Stimmung haben: dannaber etwas Schönes verlauten lassen: ebenso ein Menschund eine Schrift.

Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XI.

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