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Der Dichter muss ein Ding erst genau sehen undes nachher wieder ungenau sehen: es absichtlich ver-schleiern-. Manche versuchen dies direct; aber da ge-lingt’s nicht (wie bei Schiller). Die Natur muss durchdas Gewand durchleuchten.
184.
Der Künstler hat Untreue des Gedächtnisses nöthig,um nicht die Natur abzuschreiben, sondern umzubilden.
185.
Das Pathos gehört in die Kunst. — Wer wirdnicht giftig und innerlich aufgebracht, wenn er einenhört, der sein Leben gar zu pathetisch, nimmt und von„Golgatha“ und „Gethsemane“ redet! — Wir vertragendas Pathetische nur in der Kunst; der lebende Menschsoll schlicht und nicht zu laut sein.
186.
Was wird aus einer Kunst, die an ihr Ende gekom-men ist? Sie selbst stirbt ab — die von ihr gegebeneWirkung kommt anderen Gebieten zu Gute, ebenso dienunmehr, bei ihrem Ende, freiwerdende nicht ver-wendete Energie. Wo also zum Beispiel?
187.
Sentimentale Stimmungen (über die Vergänglich-keit aller Freude, oder melodisches Seufzen nachBefreiung aus dem Gefängniss) immer als Ausdruck depri-