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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
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Handel mehr Moralität enthalten als im Leben nachjener Kantischen Aufforderungthue das, was du willst,dass dir gethan werde, oder im christlichen Wandelnach der Richtschnur des Wortesliebe den Nächstenum Gottes Willen. Der Satz Kants ergiebt eine klein-bürgerliche Privat-Achtbarkeit der Sitte und steht imGegensatz zu ökumenischen Zwecken: von deren Existenzer nicht einmal einen Begriff hat. Wie wenig geforderteLiebe überhaupt zu bedeuten hat, namentlich aber eineLiebe dieser indirecten Art, wie die christliche Nächsten-liebe, das hat die Geschichte des Christenthums bewiesen:welche im Gegensatz zu den Folgen der buddhaistischen,der reisessenden Moral, durchweg gewaltsam und blutigist. Und was heisst es überhaupt:ich liebe den Mit-menschen um Gottes Willen! Ist es mehr, als wennjemand sagt:ich liebe alle Polizeidiener um der Ge-rechtigkeit willen, oder was ein kleines Mädchen sagte:ich liebe Schopenhauer, weil Grossvater ihn gern hat:der hat ihn gekannt?

160.

Die Ethik jeder pessimistischen Religion besteht inAusflüchten vor dem Selbstmorde.

161.

Auch dem Frömmsten ist sein tägliches Mittagsessenwichtiger als das Abendmahl.

162.

Der Fromme fühlt sich dem Unfrommen überlegen:an christliche Demuth will ich glauben, wenn ich sehe,dass der Fromme sich vor dem Unfrommen erniedrigt.

Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XI.

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