Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
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136.

Die Resignation besteht darin, dass der Mensch diestarke Anspannung aller Sehnen seines Denkens undFühlens aufgiebt und sie in einen Zustand zurückversetzt,wo sein Denken und Fühlen gewohnheitsmässig undmechanisch wird. Dieses Nachlassen ist mit einer Lustverbunden, und die mechanische Bewegung ist wenigstensohne Unlust.

137 -

Traurigkeit und Sinnenlust. Warum ist derMensch im Zustand der Trauer geneigter, sich sinnlichenVergnügungen blindlings zu überlassen? Ist es das Be-täubende in ihnen, was er begehrt? Oder Bedürfniss vonEmotion um jeden Preis? Sancho Pansa sagt:wennder Mensch sich zu sehr der Traurigkeit überlässt, wirder zum Thier.

138.

Werth einer gedrückten Stimmung: Men-schen, welche unter einem inneren Drucke leben, neigenzu Ausschweifungen, auch des Gedankens.

139 -

Sollten nicht viele, welche ehrgeizig sind, imGrunde nur die Emotion suchen, die mit ehrgeizigenBestrebungen verbunden ist? Man kann solche Empfin-dung hemmen, ersticken oder gross wachsen machen;letzteres thun die Emotionsbedürftigen. Viele suchenja sich zu ärgern so weit geht jenes Bedürfniss derEmotion.

140.

Wer vom Reiz der Gefahr spricht, kennt die Lustan der Emotion der Furcht an sich.