II.
'Vorrede.
Wenn es schon dem Autor begegnet, dass er, vorsein eigenes Buch hingestellt, demselben mit Befremdungin’s Gesicht sieht und ihm die Frage über die Lippenläuft: bin ich’s? bin ich’s nicht? — um wie viel mehrmüssen die Leser seiner früheren Schriften eine solcheEmpfindung haben, zumal wenn sie den Autor derselbennicht persönlich kennen und er ihnen nur als Geist undCharakter jener Schriften vor der Seele steht. DiesenLesern, den mir allzeit gegenwärtigen, treuen, unerschrocke-nen Anspornern undVertheidigern meines höheren Selbst —bin ich demnach eine Erklärung schuldig, nicht darüber,was das Buch ist, sondern was es für sie, für mich be-deutet: dieselbe Erklärung, welche ich mir gebe, wennich wie gesagt mitunter dem eigenen Kinde mit Ver-wunderung in die Augen sehe und es bald ein wenigunheimlich, bald allzu harmlos finde.
Jeder von uns, den ausgeprägteren Menschen diesesZeitalters, trägt jene innere freigeisterische Erregtheitmit sich herum, welche in einem allen früheren Zeitenunzugänglichen Grade uns gegen den leisesten Druckirgend einer Autorität empfindlich und widerspänstigmacht. Es ist ein Zufall, dass keiner von uns bis jetzt