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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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gleichsam als gelöst vorausgesetzt werden, wendet sichder Blick auf das Leben hin, auf das was die Tragödiein ethisch-politischer Hinsicht, was sie für die Cultur be-deuten kann: die Tragödie als Bildungsmittel; mit einemAppell an denLehrer sollte das Ganze endigen. Sodannmacht Nietzsche hier seinen erstenVersuch vorWagnersBeethoven eine Metaphysik der Kunst und des Dramaszu begründen: eine Vorstufe der Gedanken auf S. 177 ff.

In diese Zeit (Herbst 1870) fällt auch das IntermezzoEmpedokles, das durchaus in diesen Gedankenkreisgehört und aus ihm heraus gewürdigt sein will. Diemerkwürdige Vorform des Zarathustra muss jedermannauffallen. Es wäre übrigens sehr ungerecht, Nietzscheals Dichter nach diesem embryonalen Entwurf beur-theilen zu wollen. Deussen (Erinnerungen an F.N. S. 21)hebt schon an. dem Bonner Studenten hervor, dass erkeine Befriedigung fand,wo er nicht productiv seinkonnte. Es ist ein von Nietzsche oft ausgesprochenerGedanke, dass man, um urtheilen zu können, etwasmachen müsse, und so drängte es ihn, der jedem reingeniesslichen Beschauen und gelehrtenhaften Reden tiefabhold war, oft, selbst den Versuch zu künstlerischerGestaltung zu wagen. Man denke an die Art Goethes,der ihm gerade hierin als hohes Ideal erschien, an Goethe,der noch in hohem Alter vierstimmig zu setzen versucht.Sogar der angefangene Entwurf einer Novelle findet sichin einem Manuscript Nietzsches (UIV) und jedem Nietzsche-kenner wird dabei die Stelle einfallen, wo er das Receptgiebt, ein guter Novellist zu werden. Die Reconstruirungdes Empedokles kann zu einer eigenen Abhandlung reizen:der in diesem Bande gegebene Abdruck ohne Versuchirgend einer Conglutinirung der verschiedenen Skizzendürfte das Verständniss erleichtern.