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zu finden, und gar von einem Votum der Universitätzur Förderung der wichtigsten nationalen Kunstplänewird niemand im Ernste reden mögen. Ob der einzelneLehrer sich zufällig persönlicher zur Kunst gestellt fühltoder ob ein Lehrstuhl für ästhetisirende Litterarhistorikergegründet ist, kommt hierbei gar nicht in Betracht: sonderndass die Universität als Ganzes nicht im Stande ist, denakademischen Jüngling in strenger künstlerischer Zuchtzu halten, und dass sie hier gänzlich willenlos geschehenlässt, was geschieht, darin liegt eine so schneidige Kritikihres anmaasslichen Anspruchs, die höchste Bildungs-anstalt vertreten zu wollen.
Ohne Philosophie, ohne Kunst leben unsere akade-mischen „Selbständigen“ heran: was können sie demnachfür ein Bedürfniss haben, sich mit den Griechen undRömern einzulassen, zu denen eine Neigung zu erheuchelnjetzt niemand mehr einen Grund hat und die überdiesin schwer zugänglicher Einsamkeit und majestätischer Ent-fremdung thronen. Die Universitäten unserer Gegenwartnehmen deshalb auch consequenter Weise auf solche ganzerstorbene Bildungsneigungen gar keine Rücksicht underrichten ihre philologischen Professuren für die Erziehungneuer exclusiver Philologengenerationen, denen nun wie-der die philologische Zurichtung der Gymnasiasten ob-liegt: ein Kreislauf des Lebens, der weder den Philologennoch den Gymnasien zu Gute kommt, der aber vor allemdie Universität zum dritten Male bezüchtigt, nicht das zusein, wofür sie sich prunkender Weise gern ausgebenmöchte — eine Bildungsanstalt. Denn nehmt nur dieGriechen, sammt der Philosophie und der Kunst weg: anwelcher Leiter wollt ihr noch zur Bildung emporsteigen?Denn bei dem Versuche, die Leiter ohne jene Hülfe zuerklimmen, möchte euch eure Gelehrsamkeit — das müsst