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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Nacht geworden: und wenn schon in der Dämmerungdie Stimme des Philosophen wie eine Naturmusik in demwaldigen Gehege erklungen war, so brach sich jetzt, inder völligen Schwärze der Nacht, wenn er erregt odergar leidenschaftlich sprach, der Klang in mannichfaltigemDonnern, Krachen und Zischen an den ins Thal hinabsich verlierenden Baumstämmen und Felsblöcken. Plötz-lich wurde er stumm; er hatte soeben, mit fast mitleidigerWendung wiederholt:wir haben keine Bildungsanstalten,wir haben keine Bildungsanstalten! da fiel etwas,vielleicht ein Tannenzapfen, unmittelbar vor ihm nieder,bellend stürzte der Hund des Philosophen auf dieses Et-was zu: so unterbrochen, hob der Philosoph den Kopfund fühlte mit einem Male die Nacht, die Kühle, dieEinsamkeit.Was machen wir doch! sagte er zu seinemBegleiter:es ist ja finster geworden. Du weisst, wenwir hier erwarteten: aber er kommt nicht mehr. Wirwaren umsonst so lange hier: wir wollen gehen.

Nun muss ich Sie, meine verehrten Zuhörer, mit denEmpfindungen bekannt machen, mit denen ich und meinFreund, von unserem Verstecke aus, dem deutlich wahr-nehmbaren und von uns gierig erlauschten Gesprächegefolgt waren. Ich habe Ihnen ja erzählt, dass wir, anjener Stelle und in jener Abendstunde, ein Erinnerungs-fest zu feiern uns bewusst waren: diese Erinnerung be-zog sich auf nichts anderes als auf Bildungs- und Er-ziehungsdinge, von denen wir, nach unserem jugendlichenGlauben, eine reiche und glückliche Ernte aus unserembisherigen Leben heim gebracht hatten. So waren wirdenn besonders geneigt, mit Dankbarkeit der Institutionzu gedenken, die wir einst, an dieser Stelle ausgedachthatten, um, wie ich schon früher mittheilte, in einem