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nichtungskampfes, sondern zur That des Wettkampfes.Der Grieche ist neidisch und empfindet diese Eigen-schaft nicht als Makel, sondern als Wirkung einer wohl-thätigen Gottheit: welche Kluft des ethischen Urtheilszwischen uns und ihm! Weil er neidisch ist, fühlt er auch,bei jedem Übermaass von Ehre Reichthum Glanz undGlück, das neidische Auge eines Gottes auf sich ruhenund er fürchtet diesen Neid; in diesem Falle mahnt erihn an das Vergängliche jedes Menschenlooses, ihm grautvor seinem Glücke und das beste davon opfernd beugter sich vor dem göttlichen Neide. Diese Vorstellungentfremdet ihm nicht etwa seine Götter: deren Bedeutungim Gegentheil damit umschrieben ist, dass mit ihnen derMensch nie den Wettkampf wagen darf, er dessen Seelegegen jedes andre lebende Wesen eifersüchtig erglüht.Im Kampfe des Thamyris mit den Musen, des Marsyasmit Apoll, im ergreifenden Schicksale der Niobe erschiendas schreckliche Gegeneinander der zwei Mächte, die niemit einander kämpfen dürfen, von Mensch und Gott.
Je grösser und erhabener aber ein griechischerMensch ist, um so heller bricht aus ihm die ehrgeizigeFlamme heraus, jeden verzehrend, der mit ihm aufgleicher Bahn läuft. Aristoteles hat einmal eine Listevon solchen feindseligen Wettkämpfern im grossen Stilegemacht: darunter ist das auffallendste Beispiel, dassselbst ein Todter einen Lebenden noch zu verzehrenderEifersucht reizen kann. So nämlich bezeichnet Aristotelesdas Verhältniss des Kolophoniers Xenophanes zu Homer.Wir verstehen diesen Angriff auf den nationalen Herosder Dichtkunst nicht in seiner Stärke, wenn wir nicht,wie später auch bei Plato; die ungeheure Begierde alsWurzel dieses Angriffs uns denken, selbst an die Stelledes gestürzten Dichters zu treten und dessen Ruhm zu