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Der Chor erklärt nur das lebende Bild: der Impro-visator das Drama.
Darüber belehrt die Komödie am meisten.
Der verzückte Schauende, der Chor, hebt dengeschauten Improvisator sofort in eine ideale Höhe.
Die Verschmelzung der Vision mit der ver-zauberten Improvisation — Ursprung des Dramas.
Hier belehrt das harrende Schweigen der äschy-leischen Figuren, das Euripides carrikirt. Zuerst ist dieBühnenfigur nur Vision: jetzt beginnt sie zu improvisiren,aus der idealen Höhe der Chorempfindung heraus.
210.
Wie die Griechen naiv fühlten, so fühlten sie auchden äschyleischen xofinog naiv. Unterschied zwischendem pindarisch-äschyleischen und dem schillerschen Pathos.
Der Chor, das heisst die Musik, nöthigte zu diesemPathos: als man es, zu Gunsten des Individuell-Charak-teristischen, aufgeben wollte, musste man die Bedeu-tung der Chormusik verringern. — Worin bestehtjenes Pathos? Woher diese Abirrung von der Wirklich-keit? Woher jene Lust an der Unnatur? Die Verschieden-heit der homerischen Sprache? Es ist doch keine Lyrik:denn Absichten werden explicirt. Deutlich muss allessein: wie gefährlich ist dieses Pathos! Darum sinddie einfachsten, an sich bekannten Conflicte genommen,um sich doch jene Höhe des Ausdrucks gestatten zudürfen.
Das lange Schweigen der äschyleischen Figurenerinnert an die Vision des Chors (vgl. die „Frösche“).Dann mussten solche lange schweigenden Personen furcht-bar pathetische Worte sagen: sie waren zu hoch in die