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Erkenntniss verhelfen, sondern letztere nur bestätigenund exemplificiren. Gerade unserer Zeit, mit ihrer sich„objectiv“, ja voraussetzungslos gebärdenden Geschichts-schreibung, möchte ich zurufen, dass diese „Objectivität“nur erträumt ist, dass vielmehr auch jene Geschichts-schreibung — soweit sie nicht trockene Urkundensammlungist — nichts als eine Beispielsammlung für allgemeinephilosophische Sätze zu bedeuten hat, von deren Werthes abhängt, ob die Beispielsammlung dauernde oderhöchst zeitweilige Geltung verdient. Sollte das letzteresich ergeben, so lag es gewiss an der modischen Flach-heit und gewähnten „.Selbstverständlichkeit“ der philo-sophischen Anschauungen, mit denen so ein „objectiver“Historiker Menschen und Geschicke sich zu illustrirengenöthigt ist. Nur der ernste und selbstgenugsame, alleneiteln Begehrurigen enthobene Denker sieht-etwas in derGeschichte, was der Rede werth ist: nur für die begierde-losen Augen des Philosophen spiegelt die Geschichteewige Gesetze wieder, während der mitten im Stromedes egoistischen Willens stehende Mensch, wenn erGründe hat die Maske der Objectivität vorzunehmen, sichbescheiden muss, die Nomenclatur der Ereignisse undgleichsam ihre äusserste Rinde mit beleidigender Gründ-lichkeit zu benagen: wohingegen er sofort mit jedemerweiterten Urtheile, das er macht, seinen philosophischrohen, tieferer Weltbetrachtung unzugänglichen und des-halb gleichgültigen Allerweltsverstand blossteilt. Vondieser historischen „Methode“ und ihren Verfechtern gänz-lich absehend stellen wir uns mit unsern ästhetischenErkenntnissen mitten in die ästhetische Gegenwart, umuns diese an jenen zu erklären: wozu es alsbald nöthigist, einige Erscheinungen dieser Gegenwart herauszuhebenund als erklärenswerth zu erweisen.