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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Die Welt der Vorstellungen ist das Mittel, uns inder Welt det That festzuhalten und uns zu Handlungenim Dienste des Instincts zu zwingen. Die Vorstellung istMotiv zur That: während sie das Wesen der Handlunggar nicht berührt. Der Instinct, der uns zur That nöthigt,und die Vorstellung, die uns als Motiv ins Bewusstseintritt, liegen auseinander. Die Willensfreiheit ist dieWelt dieser dazwischeng'eschobenen Vorstellungen, derGlaube, dass Motiv und Handlung nothwendig einanderbedingen.

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Dass die Welt der Vorstellungen realer ist als dieWirklichkeit, ist ein Glaube, den Plato theoretisch auf-gestellt hat, als Künstlernatur. Praktisch ist es derGlaube aller productiven Genien: das ist die Absicht desWillens, dieser Glaube. Diese Vorstellungen als Geburtendes Instincts sind jedenfalls ebenso real als die Dinge;daher ihre unerhörte Macht.

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Die Vorstellung ist von allen Mächten die geringste:sie ist als Agens nur Trug, denn es handelt nur derWille. Nun aber beruht die individuatio auf der Vor-stellung: wenn diese nun Trug ist, wenn sie nur schein-bar ist, um dem Willen zum Thun zu verhelfen: derWille handelt in unerhörter Vielheit für die Einheit.Sein Erkenntnissorgan und das menschliche fallen keines-wegs zusammen: dieser Glaube ist ein naiver Anthropo-morphismus. Erkenntnissorgane bei Thieren Pflanzen