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Blick! Aber auch die milderen Erregungen des Willenshaben ihre Tonsymbolik: im allgemeinen ist jeder Geberdeein Ton parallel: zum reinen Klange ihn zu steigern ge-lingt nur dem Rausche des Gefühls.
Die innigste und häufigste Verschmelzung von einerArt Geberdensymbolik und dem Ton nennt man Sprache.Im Wort wird durch den Ton und seinen Fall, dieStärke und den Rhythmus seines Erklingens das Wesendes Dinges symbolisirt, durch die Mundgeberde die be-gleitende Vorstellung, das Bild, die Erscheinung desWesens. Die Symbole können und müssen vielerlei sein;sie wachsen aber instinctiv und mit grosser und weiserGesetzmässigkeit. Ein gemerktes Symbol ist ein Begriff:da bei dem Festhalten im Gedächtniss der Ton ganz ver-klingt, ist im Begriff nur das Symbol der begleitendenVorstellung gewahrt. Was man bezeichnen und unter-scheiden kann, das „begreift“ man.
In der Steigerung des Gefühls offenbart sich dasWesen des Wortes deutlicher und sinnlicher im Symboldes Tones: darum tönt es mehr. Der Sprechgesang istgleichsam eine Rückkehr zur Natur: das im Gebrauchesich abstumpfende Symbol erhält seine ursprünglicheKraft wieder.
In der Wortfolge, also durch eine Kette von Sym-bolen, soll nun etwas Neues und Grösseres symbolischdargestellt werden: in dieser Potenz werden wiederRhythmik, Dynamik und Harmonie nöthig. Dieser höhereKreis beherrscht jetzt den engeren des Einzelwortes: eswird eine Wahl der Worte, eine neue Stellung derselbennöthig, die Poesie beginnt. Der Sprechgesang einesSatzes ist nicht etwa Reihenfolge der Wortklänge: dennein Wort hat nur einen ganz relativen Klang, weil seinWesen, sein durch das Symbol dargestellter Inhalt je
Nietzsche, Werke II. Abtheilung. Bd. IX. *